CHICAGO 2019

Chicago t 10 Millionen Einwohner in der Metropolregion, drittgrößte Stadt der USA und Heimat von Willis Tower und Co: All das ist Chicago. 10 Schüler des Goethe Gymnasiums hatten die Gelegenheit, die ersten zwei Aprilwochen 2019 im Chicago-Vorort Crystal Lake im Rahmen eines Schüleraustauschs zu besuchen, in Begleitung von Frau Reidl und ihrer Tochter. Die ersten Tage beschäftigte uns vor allem der Jetlag, der uns aufgrund der siebenstündigen Zeitverschiebung buchstäblich „nachts um drei“ aufwachen lies, sowie die Prairie Ridge High School unserer Austauschpartner, die insbesondere in räumlicher Hinsicht gigantisch war. Es dauerte einige Tage, bis wir uns den lokalen Gegebenheiten adaptiert und am amerikanischen Leben teilnehmen konnten. Vom Mittwoch bis Freitag ...

 

... verbrachten wir hauptsächlich damit, den amerikanischen Schülern unserer High School sowie insgesamt drei weiteren Middle Schools unser Land mit Hilfe von PowerPoint-Präsentationen näherzubringen: In den viertelstündigen Vorträgen erklärten wir den Amerikanern den deutschen Nationalstolz, die deutsche Politik oder wie unsere Schulen und Unis funktionieren. Im Anschluss stellte das recht neugierige Plenum Fragen an die deutschen Referenten, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Oft wurden wir zu unserer Meinung über Trump oder die USA im Allgemeinen gefragt, was uns hier gefällt und was wir hier schon probieren konnten, aber auch merkwürdige Fragen wie zum Beispiel die nach unserem Lieblings-Verfassungszusatz der Konstitution der Vereinigten Staaten von Amerika.

Das Wochenende stand jedem frei, jedoch gingen die meisten Teilnehmer dieses transatlantischen Schüleraustausches nach Chicago mit seiner Familie, jeder hat also Unterschiedliches gesehen und erlebt. Ich bin allerdings sicher, dass sich viele gemeinsame Nenner beim Erlebten finden: Wir hatten nämlich allesamt das Glück, unter strahlendem Sonnenschein und perfekten Temperaturen die Großstadt besichtigen zu können. Auch waren in der Millionenmetropole weniger Menschen auf den Straßen, sodass wir recht viel von der Stadt zu sehen bekamen. In der Windy City, wie Chicago auch genannt wird (zum Glück mussten wir dies so gut wie gar nicht erfahren, dass der Name nicht von ungefähr kommt,) erklomm die einen einen Hunderte Meter hohen Wolkenkratzer, um von dort die Aussicht zu genießen, während andere auf Bootstouren auf dem Chicago River mehr über die Architektur und die Geschichte dieser faszinierenden Stadt kennenlernten, wieder andere machten Bekanntschaft mit den kulinarischen Spezialitäten der amerikanischen Stadt, etwa mit dem stadteigenem Popcorn oder der Pizza mit dem markant dicken Rand (Chicago Deep Dish Pizza).

Am Sonntag besuchten wir noch das Baseballspiel im Millers Park in Milwaukee, Wisconsin. Gespielt hatten die Milwaukee Brewers gegen die Chicago Cubs, wobei erstere 4:0 gewannen. Das Spiel fand in einem fast vollen Stadion statt, welches mit friedlichen Fans gefüllt war. Auch wenn viele deutsche Stadionbesucher das Spiel als eher dröge ansahen, was vor allem der Tatsache geschuldet war, dass die Spieler kaum den Baseball mit ihrem Schläger trafen, war das Unterhaltungsprogramm in den kurzweiligen Pausen einzigartig, welches in einem nicht ernstzunehmendem „Sausage Run“ gipfelte. Insgesamt war es eine interessante Erfahrung, auch weil manche danach noch Downtown Milwaukee besuchen konnten.

Am Dienstag fuhren wir die deutschen und die ältesten amerikanischen Austauschteilnehmer in die größte Stadt Illinois‘, um das Art Institute und anschließend die Innenstadt zu erkundigen. Im Kunstmuseum erfuhren wir in einer eineinhalbstündigen Führung über den Impressionismus und die Modern Art, die jedoch manchen doch zu abstrakt erschien. Größere Freude bereitete hingegen vielen die knapp drei Stunden, die uns nachmittags zur freien Verfügung und größtenteils mit dem Erwerb von Geschenken für Freunde und Angehörige verwendet wurde. Die zwei Wochen konnten wir sehr gut nutzen, um sowohl die amerikanische Kultur besser kennenzulernen, als auch unsere eigene an die Amerikaner zu vermitteln. Deshalb danken wir Frau Reidl und Herr Higgins für das Zustandekommen dieses einzigartigen Austausches und für die Möglichkeit, die USA bereisen zu können sehr.

Michael Kokschenev